Aktuelles
Aus der Berliner Zeitung vom 14.11.2011 von Josephine Valeske, 15 Jahre:
Wir riechen wie geräucherte Socken
Eine dichte Wolke liegt über Berlin. Ich rede nicht von Nebel, der sich in diesem Herbst nach und nach an uns heranschleicht, auch nicht vom Smog. Es geht um Zigarettenrauch.

Plakat unseres Plakatwettbewerbs 2007
In der vergangenen Woche wurde der diejährige Berliner Gesundheitsreport veröffentlicht. Uns geht es recht gut, wir werden älter und gesünder. Jedoch: Die häufigste Todesursache vor Erreichen des Rentenalters ist der Lungenkrebs, meist verursacht durch das Rauchen.
Das sollte gerade uns jungen Leuten, von denen die meisten nicht aus Suchtgründen, sondern um der Coolness willen rauchen, zu denken geben. Schließlich hat kaum einer von uns Lust, viel früher als nötig zu sterben, nur weil er nach seiner Schulzeit und dem ewigen Vor-der-Schule-schnell-mal-den-letzten-Zug-nehmen nicht mehr von der Kippe wegkommt.
Außerdem stinkt es. Uns allen. Egal ob auf Bahnhöfen, wo sich die Aufpasser in ihren warmen Häuschen leider nicht um die 15 Euro Strafe scheren, die sie pro Raucher eigentlich kassieren könnten, oder in Gaststätten und Kneipen. Den langen Kampf für das Rauchverbot an zuletzt genannten Orten hätte man sich offenbar auch sparen können, da die Besitzer vor den rauchenden Gästen einknicken wie Merkel vor den Banken. Weicheier"

Plakat unseres Plakatwettbewerbs 2007
Mir persönlich stinkt es ziemlich, von einem Konzert zu kommen und wie geräucherte Socken zu müffeln. Das Ganze ist auch wieder ein tolles Beispiel für die fabelhafte Umsetzung einer guten Idee: Da dauert es Jahre, bis ein Nichtraucherschutzgesetz eingeführt wird, und schließlich kriegen wir Berliner nichts davon zu spüren außer stinkendem Qualm. Und wer als Raucher argumentiert, dass er durch das Gesetz in seiner Freiheit eingeschränkt wurde, dem kann ich nur sagen, dass Nichtraucher auch die Freiheit haben sollten, nicht eingeräuchert zu werden.“
